im Auftrag der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung herausgegeben von Matthias Göritz, Amalija Maček, Aleš Šteger
https://www.deutscheakademie.de/de/aktivitaeten/publikationen/dichtung-und-sprache/mein-nachbar-auf-der-wolke
Zum ersten Mal stellt eine zweisprachige Anthologie den Reichtum der slowenischen Poesie vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart vor.
Nichts ist dunkler als / klare Sprache, / und nichts ist wahrer als ein Gedicht. Slowenien ist ein kleines Land mit einer großen Poesie. Von der avantgardistischen Lyrik des frühen zwanzigsten Jahrhunderts über die engagierten Verse der Partisanen bis zur jungen Dichtung unserer Gegenwart, vom Karstplateau bis zur urbanen Kultur Ljubljanas – diese zweisprachige Anthologie lädt zu einer Entdeckungsreise ein.
“Eine der großen Leistungen dieser Anthologie besteht darin, dass sie zeigt, aus was für unterschiedlichen Tönen, Prägungen und Temperamenten sich jenes Gefüge zusammensetzt, das man so leichthin “slowenische Lyrik” nennt. Da treffen etwa Andrej Brvars blockartige Langzeilen, die bewusst in der “prosaischsten, armseligsten, natürlichsten Form” gehalten sind, auf Grafenauers hochartifizielle “Stimmen (…) am bedeutungsrand”.
Wobei Göritz, Maček und Šteger in ihrer Auswahl einen klaren zeitlichen Schnitt setzen. Sie verzichten etwa auf die für die slowenische Lyrik so wichtige Romantik und beginnen mit der Zeit um den Ersten Weltkrieg, in der die slowenische Lyrik, so das Editionsteam, wirklich eigene Konturen gewinne. Um dann rund 80 Stimmen zu versammeln, die weit bis ins 21. Jahrhundert hineinreichen, Ana Svetel, die jüngste Dichterin, wurde 1990 geboren.”
Niko Bleutge, Sueddeutsche Zeitung